Umwelt

Die Nordsee – ein schützenswerter Lebensraum

Seit etwa 11.000 Jahren gibt es die Nordsee in ihrer heutigen Form, ihre Ursprünge gehen aber schon 350 Millionen Jahre zurück. Unzählige Lebensformen haben sich in ihr gebildet, verschiedenste Pflanzen- und Tierarten finden hier die ideale Umgebung für ihre speziellen Ansprüche. Dank besonderer Strömungen, die Nordatlantikwasser und Süßwasser aus Flüssen zusammenführen, zählt die Nordsee zu den biologisch produktivsten Meeresregionen der Erde.

Quelle: www.gratis-foto.eu

Der Schutz dieses einzigartigen Lebensraums ist beim Bau und Betrieb vom Windpark DanTysk ein besonderes Gebot. Ohnehin liegt der Windpark außerhalb ausgewiesener Flora-Fauna-Habitate und Vogelschutzgebiete – dennoch ist es unser Anliegen die Auswirkungen für parallele Nutzungen und auf die Meeresbewohner des Windparkgebietes so gering wie möglich zu halten. Dass das gelingen kann, bestätigen die ersten Ergebnisse der vom Bundesministerium für Umwelt geförderten ökologischen Begleitforschung „RAVE“ des Offshore-Windparks alpha ventus. Demnach zeigt sich eine starke Ansiedlung von Bodenlebewesen und Fischen im Bereich der Anlagenfundamente. Der Vogelschlag ist gering und Meeressäuger sind häufige Gäste imGebiet des Windparks seit Abschluss der Bauarbeiten.

Tourismus

Für den Menschen ist die Nordsee Rohstoff- sowie Nahrungsquelle, Verkehrsweg und nicht zuletzt ein beliebtes Ausflugs- und Reiseziel. Die Interessen der Tourismuswirtschaft wurden bei der Standortauswahl berücksichtigt: So wahrt der Windpark so viel Distanz zu den Stränden der Nordsee, dass selbst die Rotorblätter durch die Erdkrümmung weder vom Festland noch von den vorgelagerten Inseln aus zu sehen sind. Für den Tourismus bieten sich neue Chancen, denn Offshore Windparks entwickeln sich zu einem attraktiven Ausflugsziel. So bietet eine Reederei beispielsweise Schiffstouren für Interessierte zu Deutschlands erstem Windpark alpha ventus an.

Genehmigung - Umweltauswirkungen sorgfältig geprüft

Wie bei der Umsetzung vieler anderer Infrastrukturprojekte spielt auch bei DanTysk ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur und der Umwelt eine bedeutende Rolle. Denn jede Baumaßnahme stellt einen Eingriff in die Natur dar, bei der es gilt, negative Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Dieses zu gewährleisten ist nicht nur ein besonderes Anliegen beider Projektpartner, sondern wird zudem durch die zuständige Genehmigungsbehörde, dem Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg, geregelt und geprüft. Strenge Auflagen bilden dafür das gesetzliche Rahmenwerk. Im Vordergrund steht dabei, die Vereinbarkeit der ökologischen Schutzräume und ökonomischen Belange mit der Nutzung von Windenergie in der Deutschen Bucht zu gewährleisten.

Das Genehmigungsverfahren ist ein aufwändiger Prozess. In ihm steckt viel Detailarbeit, da es eine große Bandbreite an Aspekten zu berücksichtigen gilt. So kann ein solches Vorhaben nur dann genehmigt werden, wenn es

  • die Meeresumwelt und sämtliche Schutzgüter wie Fische, Kleinstlebewesen, Vögel und marine Säugetiere nicht gefährdet,

  • die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt und

  • den Erfordernissen der Raumordnung oder sonstigen öffentlichen Belangen wie Rohstoffsicherung, Landesverteidigung und Fischerei nicht entgegensteht.

In das mehrstufige Genehmigungsverfahren werden zudem die Beurteilungen verschiedener Interessenverbände wie Naturschutz-, Groß- und Kleinschifffahrts-, Fischerei und Windenergieverbände und des Bundesumweltamtes berücksichtigt.

Für DanTysk stand nach Auswertung der eingereichten Untersuchungsunterlagen sowie einer zweijährigen Umweltverträglichkeitsuntersuchung der Genehmigung nichts mehr im Wege. Ein begleitendes Umweltmonitoring werden wir während der Bau- und Betriebsphase weiter fortsetzen, um wichtige Erkenntnisse für einen umweltverträglichen Betrieb und den Bau weiterer Folgeprojekte zu gewinnen.

Forschungsfeld Offshore-Windkraft

Quelle: Fino3

Um Langzeituntersuchungen im Hinblick auf technische Anforderungen und eventuelle ökologische Folgen von Offshore-Windparks durchführen zu können, hat die Bundesregierung 2002 beschlossen, Forschungsplattformen (FINO) in unmittelbarer Nähe zu deutschen Windparks auf See zu errichten.

FINO 3 untersucht DanTysk-Standort

Nach FINO 1 nördlich von Borkum und FINO 2 nordwestlich von Rügen wurde im August 2009 80 Kilometer westlich von Sylt die Forschungsplattform FINO 3 eingerichtet. Hier sammelt das Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH als Betreiber verschiedene Daten und kann dabei die gesamte Entstehungs- und Errichtungsphase des Windparks DanTysk in die Untersuchungen einbeziehen.

Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, für die Windkraftindustrie weitere Erkenntnisse über technische Anforderungen der Anlagen sowie über die Biotope in diesen Gebieten und ihre Veränderung während des Baus von Offshore-Windparks zu gewinnen. FINO 3 misst unter anderem Meeresströmungen und Blitzhäufigkeiten, beobachtet den Vogelzug und untersucht die Beschaffenheit des Meeresuntergrundes sowie die Auswirkungen eines Windparks auf das Meeresumfeld.

Nähere Informationen zu den Zielen der Forschungsplattformen finden Sie hier.