11.07.2013 - Logbuch

Ein Umspannwerk macht sich seefest

Fertig ist es: Nach eineinhalbjähriger Bauzeit ist das Offshore-Umspannwerk für den Windpark so gut wie pünktlich fertig gestellt. Die beiden Transformatoren, alle Leitungen, Schaltanlagen und Versorgungsräume sind eingerichtet, so dass das Bauwerk nun für seine zukünftige Aufgabe bereit ist, den Strom aller 80 Windenergieanlagen auf See zu bündeln und auf die benötigte Transportspannung zu bringen.

Am 29. Juni rollt das Umspannwerk langsam - sehr langsam - aus der Fertigungshalle. Zentimeter um Zentimeter bewegt es sich auf einem Multiwheeler, das ist eine Art „Tausendfüßler aus Rädern“ vorwärts. Ungefähr 100 Meter sind es bis zur Kaikante, wo der Lastkahn für den Transport zum Baufeld DanTysk an dicken Mooringleinen festgemacht ist und auf die Fracht wartet. Bevor die Verladung beginnt, wird noch die Helikopterlandplattform installiert, damit auch bei harschem Wetter gewährleistet ist, dass das Personal den Windpark für Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten sicher erreicht.

Aber wie verlädt man so ein 3.000 Tonnen schweres ‚Monster’ auf einem Transportkahn, ohne dass dieser dabei im Wasser die Balance verliert? Die Profis der Werft Hollandia in Rotterdam haben Erfahrung. Der Transportkahn besteht aus mehreren Luftkammern die teilweise mit Wasser gefüllt sind. Normalerweise würde beim Verladen das Gewicht des Umspannwerks den Kahn unten drücken. Jedoch pumpen die Experten vor Ort im exakt richtigen Moment Wasser aus den Luftkammern ab, so dass die Auftriebskraft steigt. Auch die zunehmende Tide hilft dabei ordentlich, dass die Ladefläche sich immer genau auf der Höhe der Kaikante befindet und das Umspannwerk sicher über die Rampe auf den Kahn gerollt werden kann.  Millimeterarbeit – und immer wieder wird der Wasserstand kontrolliert. Ein ganzer Tag dauert so ein Verladevorgang, bis das Umspannwerk sicher auf seinen Halterungen auf dem Lastkahn abgesetzt werden kann. In den nächsten Tagen findet auch das Fundament, eine Jacketkonstruktion, seinen Platz auf dem Lastkahn, gemeinsam mit den Pfählen für die Verankerung im Seeboden.

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